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KRAMPFADERN "NATÜRLICH" BEHANDELN

Lesen Sie hiezu bitte auch aus meiner Praxis!

Diese Broschüre dient dazu, dass Sie als Patient(in) einen leicht verständlichen Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten Ihrer Krampfadern bekommen.

Außerdem dient sie dazu, Ihnen meine bevorzugte Behandlungsmethode vorzustellen, nämlich die „natürliche“ Behandlung von Krampfadern mit konzentrierter Kochsalzlösung nach Professor Linser.

Sie sollen auch davon unterrichtet werden, wie ich die Behandlung durchführe – nämlich mit einem kleinen Unterschied zu anderen Kollegen, speziell in Deutschland. Über all das möchte ich Sie informieren.

Was sind Krampfadern?

Krampfadern sind entartete Venen. Venen sind diejenigen Blutgefäße, die das Blut von der Peripherie des Körpers zurück zum Herzen befördern.

Diejenigen Blutgefäße, welche das Blut vom Herzen in die Peripherie führen, werden Arterien genannt. Sie sind wesentlich dicker und kräftiger, weil sie viel mehr Druck aushalten, welcher vom Herzen herrührt, das ja das Blut mit Kraft hinaus drückt.

Die Venen haben eine viel schwächere Wand, so dass sie dehnbar sind und somit auch überdehnt und zu Krampfadern werden können.

Bei den Venen gibt es innere und äußere Venen. Uns interessieren natürlich vorwiegend die Beine; dort verstecken sich die inneren Venen zwischen den Muskeln und sind somit gut eingebettet. Sie stehen dort unter dem Druck und der Bewegung der Muskeln, so dass sie sich eigentlich fast nie zu Krampfadern ausweiten und das Blut gut nach oben transportieren können.

Die äußeren Venen sind hingegen oft sichtbar oder zumindest gut tastbar. Dort unter dem Unterhaut-Bindegewebe sind sie nicht eng eingebettet und können sich daher leichter zu Krampfadern erweitern.

Was ist nun das Charakteristikum einer Krampfader?

Wie wird sie zu einer solchen?

Wie man sich gut vorstellen kann, muss das Blut in den Beinen von unten nach oben transportiert werden. Das ist eine Herausforderung, wo doch die Venen keine eigenen Muskeln haben, um den Transport gegen die Schwerkraft nach oben zu bewerkstelligen. Um dieses Problem zu lösen, gibt es „Klappen“. Diese sind eine Art Ventile, welche das Blut nur in eine Richtung durchlassen, nämlich natürlich nur von unten nach oben. Sobald eine Portion Blut durchgeflossen ist und der Druck von oben aus irgendeinem Grund größer wird (etwa weil man presst oder sitzt oder irgendein anderer Widerstand entsteht), dann schließen sich diese Klappen in den gesunden Venen und lassen das Blut nicht zurückfließen.

Venen werden zu Krampfadern, wenn sich die Venen so weit erweitern (breiter, dicker werden), dass sich die Klappen nicht mehr ganz schließen können; dann kann das Blut zurück hinunter fließen, der Venenabschnitt darunter erweitert sich auch, und so wird die nächste Klappe weiter unten auch überfordert, und so weiter. - Eine Krampfader ist entstanden.

So eine ausgeweitete Vene kann das Blut nicht mehr korrekt nach oben weiterleiten, sondern das Blut versackt in ihr. Es nimmt nicht am Kreislauf teil, das Blut muss umgeleitet werden und es besteht die Gefahr einer Verklumpung. So eine Krampfader ist also nicht nur unnötig sondern sogar kontraproduktiv. Daher ist es besser, sie auf irgendeine Art aus dem Verkehr zu ziehen.

Wer ist besonders dafür anfällig, Krampfadern zu bekommen?

Als erste Ursache ist natürlich eine Schwangerschaft zu nennen, das ist beobachtbar. Der Druck im Becken wird durch die Schwangerschaft zu groß, Venen werden dort zum Teil abgedrückt oder zeitweilig abgedrückt, so dass der Stau nach unten zu groß wird und Krampfadern, wie eben zuvor beschrieben, entstehen können.

Weiters ist es beobachtbar, dass man die Neigung zu Krampfadern von Vater oder Mutter „erben“ kann. Aber selbst wenn man so eine Disposition mitbekommen hat, muss man doch einiges dazutun, damit man auch tatsächlich Krampfadern bekommt; - etwa zu viel stehen oder sitzen, zu wenig Bewegung und Sport. Auch die Ernährung spielt eine große Rolle, wie speziell Dr. M.O. Bruker, einer unserer Vorkämpfer der „natürlichen“ Krampfadern-Behandlung stets betont hat. Da spielen vor allem Vitamin- und Mineralien-Mängel eine bedeutende Rolle. Es wird zudem berichtet, dass es bei Naturvölkern keine Krampfadern gibt. Das würde dafür sprechen, dass Krampfadern zu den Zivilisationskrankheiten gehören und tatsächlich etwas mit der Ernährung und mit der modernen Lebensführung zu tun haben.

Das Entfernen der Krampfadern

Ich spreche absichtlich von „Entfernen“, denn ob man sie operiert oder verödet, sie wird auf jeden Fall entfernt: Bei der Operation macht das der Arzt, bei der Verödung entfernt der Organismus selbst die abgetötete Krampfader.

Grundsätzlich gibt es also zwei Methoden, um Krampfadern zu eliminieren, nämlich durch irgendeine Art von Operation oder durch irgendeine Art von Verödung.

Die Operation

Das übliche Herausoperieren einer Krampfader wird auch „Stripping“ genannt, was so viel wie „Herausreißen“ oder „Herausziehen“ bedeutet. In der Tat ist es eine etwas rauhe, blutige Angelegenheit. Man schneidet die Krampfader sozusagen oben und unten ab, führt von unten nach oben eine Sonde ein, fasst oben die Krampfader und reißt sie heraus. Dabei werden die kleinen Zuflüsse bzw. Verbindungen zu den inneren Venen abgerissen, was zu Blutungen führt, die abgedrückt werden müssen. Narkose ist notwendig.

Wenn die Krampfader starke schlängelnde Kurven macht, was ja meistens der Fall ist, kann man die Sonde nicht von unten ganz nach oben durchschlängeln, weswegen man mehrere bis viele Schnitte machen und die Krampfader in mehreren bis vielen kleineren Abschnitten herausreißen muss. Dies führt zu vielen Narben mit Verhärtungen, kurzen Abschnitten von neuen Krampfadern (weil sie ja die Tendenz haben, wiederzukommen) und Lymphstau. Es bleibt also nicht selten ein ziemlich verletztes Gebiet zurück.

Diese Behandlungsart war bis vor kurzem die normale Therapie der Wahl, die auch von den Kassen anstandslos bezahlt wurde. Seit kurzem haben wohl mehrere Ärzte eingesehen, dass dies nicht ideal ist und haben begonnen, andere chirurgische Verfahren oder die Schaumverödung zu favorisieren.

Zu den Operationsmethoden muss gesagt werden, dass sie von verschiedenen Ärzten verbessert wurden, so dass sich im Detail Erleichterungen für den Patienten ergeben haben. Im Rahmen dieser Broschüre gehe ich auf derlei Varianten nicht ein, ich bin darin auch kein Fachmann. Diese Schrift soll ja auch keine professionelle Aufklärung darstellen, sondern nur zur generellen Orientierung dienen, so dass man weiß, was es auf dem Markt gibt und wie die Dinge grundsätzlich funktionieren.

Endovenöse Katheter-Verfahren

(„Endo“ heißt „innen“) Unter diesem Fachausdruck versteht man weitere operative Methoden, bei welchen man mit einer Sonde (Katheter) in die kranke Vene (Krampfader) eindringt, oft mit einem Endoskop (Kamera) und sie dann entweder elektrisch, mit Laser oder mit einer anderen Maßnahme verödet.

Diese Verfahren erlauben es zwar auch, genau zu etablieren, wo und was man verödet, aber sie haben ähnliche Nachteile wie die Stripping-Operation, nämlich dass man auch Gewebe verletzen kann, welches sich in der unmittelbaren Umgebung der Krampfader befindet. Wenn man mit Strom oder Laser die Venenwände kaputt machen will, so besteht natürlich die Gefahr, dass man unmittelbar angrenzendes Gewebe ebenfalls beeinträchtigt oder zerstört, nämlich vor allem kleine Nerven, was zu Gefühllosigkeit oder Schmerzen führen kann. Es können auch unnötige Narben entstehen, wenn man umliegendes Bindegewebe erwischt. Weil trotz Operationssaal oft keine Allgemeinnarkose notwendig ist, betrachtet man diese Verfahren als Verbesserung.

Es gibt bei diesen Katheter-Verfahren auch eine Methode mit Wasserdampf bzw. andere Verfahren, bei welchem die Krampfader mit Klebern oder mechanisch verschlossen bzw. verödet wird. Insgesamt bietet sich auch hier das Problem, dass die Krampfadern ja nicht gerade verlaufen und man mit einer geraden Sonde nicht leicht durchkommt. Somit muss man auch da in Abschnitten arbeiten.

Wenn so etwas für Sie in Frage kommt, so werden Ihnen die Fachleute Näheres erklären sowie weitere Vor-und Nachteile mitteilen können. Bitte erfragen Sie auch, ob die Kasse eine solche Methode bezahlt, denn sie ist sehr teuer, weil die Geräte nicht billig sind, weil das Verfahren einige Zeit in Anspruch nimmt und weil der Aufwand mit Operationsaal und Assistenten erheblich ist.

Die Verödung mit chemischen Substanzen

Man war sehr lange Zeit auf der Suche nach geeigneten Mitteln, die man in die Krampfader einspritzen kann, damit sie verödet. Dieses Mittel sollte möglichst ungiftig sein, gut veröden und möglichst keine Nebenwirkungen machen. Es soll – wenn möglich - nur Krampfadern veröden, jedoch gesunde Venen in Ruhe lassen. Es soll keine Narben hinterlassen und es soll natürlich auch kein umgebendes Gewebe schädigen. Natürlich ging man von Anfang an davon aus, dass nur unnatürliche, giftige Substanzen eine Schädigung der Venenwände hervorrufen können, so dass sie Vene daraufhin verödet. Sogar Professor Linser in der Universität Tübingen (der spätere Erfinder der Methode mit Kochsalz-Lösung) verwendete als leitender Dermatologe (Hautarzt) an der Universitätsklinik noch während des ersten Weltkriegs eine Quecksilberlösung, an anderen Orten verwendete man etwa Eisenchlorid; diese Methoden fanden zwar Nachahmer, aber es gab Infektionen an der Einstichstelle, es gab Nieren- und Darmschädigungen, weil es sich ja immerhin um giftige Substanzen handelte.

Um 1924 begann Professor Linser mit konzentrierter Kochsalzlösung zu behandeln. Es dauerte noch ein wenig, um die beste Konzentration herauszufinden, aber es zeigte sich bald, dass die Kochsalzlösung das Optimum war, speziell wenn man die eben erwähnten Forderungen nach Nebenwirkungsfreiheit im Blick hat. Kochsalz ist eine natürliche Substanz und kommt im Körper in etwa 0,9 prozentiger Lösung überall vor. Wenn man es in höherer Konzentration spritzt, verdünnt und verflüchtigt es sich rasch im Blut und verursacht überhaupt keine Schädigung an anderen Stellen; es gibt keine Infektionen an der Einstichstelle und natürlich auch keine Vernarbungen und keine Schädigungen des umliegenden Gewebes wie bei den Operationsmethoden. Es ist eine biologische Substanz.

Professor Linser war kein Nazi und wurde unter der Hitlerzeit ausgetauscht. Aber seine Methode wurde vom Hitler-Regime als „deutsch“ übernommen, in die „germanische Medizin“ eingegliedert und gefeiert, wie nicht wenige andere Methoden, die dann später leider das gleiche Schicksal erleiden sollten: Nach dem Krieg war alles „deutsche“ verpönt, ja verboten, die „amerikanische“ Medizin feierte ihren Einzug und so war auch die Verödung mit Kochsalzlösung plötzlich etwas Schlechtes.

Es kam auch etwas Eigenartiges dazu, das an vielen Bereichen der Medizin zu beobachten ist: Etwas, das einfach ist und das gar keine Nebenwirkungen macht, und das in einem so hohen Grade wirksam ist, - das ist irgendwie suspekt, es kann sozusagen nicht gut sein. Nur etwas, das kompliziert, schwierig und aufwendig ist, kann als „wissenschaftlich“ bezeichnet werden…! Außerdem kam nach dem Krieg aus den USA das Konzept herüber, dass etwas chemisch und giftig sein muss, damit es ein Medikament ist; die Amerikaner verödeten mit einer Phenollösung. So kam es, dass man schließlich 1946 (auf der Suche nach einem Waschmittel) auf die chemische Substanz Polidokanol kam, die dann unter dem Namen „Aethoxysklerol“ in den medizinischen Handel gelangte und von der Pharma-Industrie beworben wurde, so dass es trotz seiner Giftigkeit (oder vielleicht sogar deswegen – weil man nur mit einem Gift ausreichende Schädigung verursachen kann) zum Mittel der Wahl und später die Grundlage zur heutigen Schaumverödung wurde. Denn man kann es mit Luft vermischen, somit Schaum erzeugen, wodurch man etwas weniger Polidokanol in die Krampfader einzuspritzen braucht, aber dafür Luft, was ja auch nicht gänzlich unproblematisch ist…

Obwohl auch die Kochsalzlösung von einer pharmazeutischen Firma zusammen mit Procain auf den Markt gebracht worden war, war der Ruf bereits zerstört und erlitt auf dem Markt eine Niederlage. Dazu kam, dass man nämlich eine chemische Substanz patentieren und somit ein Geschäft daraus machen kann, während man das mit einer natürlichen Substanz wie Kochsalzlösung nicht kann: Jeder könnte eine Kochsalzlösung herstellen, und somit wäre jede Investition in eine Werbung wirtschaftlich unvernünftig. Also wurde die Behandlung mit Kochsalzlösung nicht beworben und blieb weitgehend unbekannt.

Weil etwas Komplizierteres einen wesentlich professionelleren Eindruck vermittelt, blieb jedoch immer noch die Operation (Stripping) bis fast zum heutigen Tage die Methode der Wahl und wird erst jetzt – wegen der vielen möglichen Folgeerscheinungen überdacht, und die anderen operativen Methoden mit Laser oder Strom bzw. die Schaumverödung mit Polidokanol übernehmen langsam in der „offiziellen“ Medizin die Vormachtstellung.

Die Tendenz bei der Behandlung der Krampfadern geht also nun offenbar wieder zu den einfacheren Methoden zurück. Da mittlerweile die Behandlung mit Kochsalzlösung in der ärztlichen Ausbildung nicht mehr vorkommt und somit unter ihnen vollständig unbekannt geblieben ist, haben sich alternativ orientierte Ärzte für diese Methode interessiert. Speziell hat sich nach dem Krieg ein besonderer Arzt (Dr. M. O. Bruker) der Methode mit Kochsalzlösung angenommen und sie weitergeführt, sodass uns nun insgesamt aus den Jahren vor und nach dem zweiten Weltkrieg sehr viel Erfahrung zur Verfügung steht. Auch Dr. Bruker war kein chemisch-pharmazeutisch orientierter Arzt sondern einer, der vor allem mittels Ernährung sehr, sehr viele Patienten zur Gesundheit zurückführen konnte. Er hat zahlreiche Bücher über seine Rohkost-Ernährung geschrieben, die für sehr viele Krankheiten heilsam war, so dass sich viele naturheilkundliche Ärzte an ihm orientieren konnten, so auch ich.

Dr. Bruker hat, wie bereits erwähnt, auch die Krampfadern-Behandlung mit Kochsalz-Lösung weiterbetrieben, so die Erinnerung an diese hervorragende Methode aufrecht erhalten, sie weiter gelehrt und ein Buch geschrieben, so dass sie nicht gänzlich aus der Heilkunde verschwunden ist. Aus seinem Einflussbereich heraus, durch einen meiner ehemaligen Mitarbeiter, Herrn Raimund Six, habe auch ich sie übernommen und seit etwa 20 Jahren komplikationslos angewandt.

Über die Schaumverödung und über das Mittel „Aethoxysklerol“ möchte ich nicht viel sagen. Über die Nebenwirkungen dieser Substanz kann man sich selbst informieren bzw. in anderen Büchern nachlesen, die ich am Ende dieser Broschüre angebe und aus denen ich auch einiges Lehrreiches gezogen habe (Dr. Köster). Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, das eine schlecht zu machen und das andere in den Himmel zu heben, daher belasse ich es dabei, einfach nur Informationen über meine Methode, die Methode mit Kochsalzlösung zu formulieren und nichts Negatives über die Schaumverödung zu sagen. Zum Verfahren ist zu sagen, dass es etwas komplizierter und aufwendiger ist als mit der Kochsalzlösung, weil man den Schaum mechanisch (händisch) verteilen und an die Stellen heranbringen muss, die zu veröden sind.

Die Behandlung der Krampfadern mit Kochsalzlösung

Wie wir schon ausgeführt haben, ist die Behandlung mit Kochsalzlösung sehr einfach, nebenwirkungsfrei und gefahrlos. Einen kleinen Stolperstein hat diese Methode trotz aller offensichtlichen Vorteile: Man muss sehr gut mit der Nadel umgehen können. Eine etwa 25 prozentige Kochsalz-Lösung sollte nur IN die Krampfader hinein gelangen, denn wenn auch nur eine kleine Portion davon daneben (ins umgebende Gewebe) geht, dann gibt das Schmerzen und kann sich bei größerer Menge zu einer Wunde ausweiten. Das mit der Wunde kenne ich zum Glück nur aus der Literatur von früheren Behandlern. Aber weil wir das wissen, unternehmen wir Vorkehrungen dagegen, so dass nichts daneben geht. Es macht nämlich einen großen Unterschied, ob man in eine Vene oder in eine Krampfader sticht, denn die Krampfader besteht aus zahlreichen Windungen, die man manchmal von außen gar nicht wahrnimmt. Auf jeden Fall verlaufen die Wände einer Krampfader nicht gerade sondern sehr gewunden, so dass man leicht zwar hinein, aber sofort wieder durch hinaus sticht. Oder es platzt beim Hineinstechen die Krampfader ein ganz klein wenig, sodass dann, wenn man die hochprozentige Kochsalz-Lösung verwendet, ein klein wenig zurück heraus rinnt, was dann schmerzt oder zu einer kleinen Wunde führen kann. So etwas kann einfach passieren. Die Frage ist: Wie geht man damit um?

Dr. Sundaro Köster (der ein sehr gutes Buch über die Krampfadern-Behandlung mit Kochsalzlösung geschrieben hat) beschreibt seine Vorkehrung so, dass er – wenn etwas daneben gegangen ist - eine normale (physiologische), nicht konzentrierte Kochsalzlösung nachspritzt, damit er die konzentrierte Lösung im Gewebe wieder verdünnt. Das mache ich nicht so, denn ich lasse es gar nicht so weit kommen: Ich spritze eine normale (physiologische) Kochsalzlösung VOR und versichere mich mit dieser harmlosen Lösung, ob ich mit der Nadel korrekt in der Krampfader liege. Von dieser Lösung kann ich so viel spritzen, wie ich will, ohne dass ich den geringsten Schaden setzen kann. Sollte auch nur ein kleiner Tropfen daneben gehen, so würde ich das an einem kleinen Anschwellen der Umgebung der Einstichstelle erkennen. Nur wenn ich einwandfrei erkennen kann, dass die Nadel ideal liegt, spritze ich die aktive Substanz und behandle die Krampfader korrekt. Wenn ich nicht sicher bin, breche ich ab. Mein Vorgehen hat natürlich den Nachteil, dass der Patient in manchen Fällen an diesem Tag dann nicht behandelt wird und an einem anderen Tag wiederkommen muss; aber es hat natürlich den Vorteil, dass diese eine mögliche – für den Patienten aber sehr unangenehme und schmerzhafte - Nebenerscheinung dieser Methode bei mir faktisch nicht vorkommt.

Dr. Köster beschreibt auch, dass er am selben Tag mehrere Krampfadern am selben Bein behandelt, sozusagen das ganze Bein saniert. Auch das mache ich eher nicht, sondern ich halte mich in konservativer Weise an die Empfehlungen von Dr. Bruker, der uns nahelegt, nur eine Krampfader zu behandeln und diese abheilen zu lassen, bevor man die nächste angeht.

Was ist das Prinzip einer Verödung mit Kochsalz-Lösung?

Eine mit Kochsalzlösung behandelte Krampfader erfährt eine starke Reizung an ihrer Innenwand, so dass sie innerhalb von etwa zwei bis drei Tagen verklebt und zugrunde geht. Dieses nun abgestorbene Gewebe wird vom Organismus mittels leichter Entzündung weggearbeitet. Dies ist ein normaler Vorgang und dauert insgesamt etwa 8 Monate. Aber nur während der ersten zwei Wochen spürt man – wenn überhaupt – diese Entzündung. Ist die Krampfader etwas größer und sehr geschlängelt gewesen, verläuft diese Entzündung spürbarer, so dass man kühlen muss. Speziell wenn es sich um etwas beleibtere Patienten handelt, die womöglich auch noch einen Lymphstau an den Beinen haben, sollte man auf keinen Fall eine zweite Krampfader behandeln, sondern muss die eine abheilen lassen, weil sich sonst zu viel Entzündung an einem Bein abspielen würde. So kommt es, dass ich aus Vorsichtsgründen meist immer nur eine Krampfader behandle, so wie es Dr. Bruker empfiehlt.

Für manche Leser wird es verwunderlich sein, dass man eine Krampfader überhaupt verödet, also „kaputt“ macht – mit welchen Mitteln auch immer, handelt es sich doch immerhin um gesundes Gewebe... So eine Krampfader ist jedoch nicht gesund. Sie dient dem Körper nicht mehr, so wie es eine gesunde Vene tut, denn ihre Klappen sind außer Funktion, das Blut versackt darin, läuft in die Gegenrichtung, steht dem Körper nicht mehr zur Verfügung, belastet das System und birgt die Gefahr in sich, dass sich eine Thrombose entwickelt.

Was ist eine Thrombose?

Eine Thrombose ist eine Verklumpung des Blutes. Dies gilt es zu vermeiden. So eine Thrombose geschieht dann, wenn man die Krampfader nicht verödet und daher das Blut nicht fließt, sondern wenn es zu lange steht, wie es in einer Krampfader vorkommen kann. Indem man sie verödet, beugt man solch einer Thrombose vor. Eine Thrombose ist nämlich nicht ungefährlich, denn sie neigt dazu, dass sich (durch das nun komplett stehende Blut) immer mehr ausweitet und dass sich ein Teil dieser Verklumpung löst, in den Blutkreislauf gelangt und die Lungenarterie verstopft (Lungeninfarkt). Ein solcher ist gefährlich, sogar lebensgefährlich, denn wenn der Klumpen groß ist oder wenn sich mehrere Teile losgerissen haben, dann steckt so viel von dem losgerissenen Thrombus in der Lungenarterie, so dass das Herz versagen kann. Die Gefahr einer solchen Thrombose ist der Hauptgrund, weswegen man die Krampfadern – mit welcher Methode auch immer – entfernen sollte. Natürlich spielen auch kosmetische Aspekte eine Rolle.

Nun könnte man fragen: Entsteht nicht durch eine Verödung ebenfalls eine Thrombose?

Nein, so ist es nicht. Durch die Reizung der Venenwand verkleben die Wände, so dass sich dort kein Blut mehr darin befindet, welches verklumpen könnte. Man sollte allerdings nicht veröden (mit keiner Methode), wenn sich bereits eine Thrombose in der Krampfader oder weiter oben im Abflussbereich befindet. Das kann unglücklicherweise vorkommen, indem man es nicht bemerkt. Als Arzt sollte man daher immer die Krampfader und das Venensystem vorher abtasten. Manche machen auch eine Ultraschall-Untersuchung deswegen.

Es ist anzumerken, dass die Gefahr einer Thrombose im Anschluss an jedwede Krampfadern-Behandlung in gewisser Weise immer besteht. Auch wenn wissenschaftliche Zahlen nicht ganz vergleichbar sind, so wird bei der Behandlung mit Kochsalzlösung von über hunderttausend Patienten bisher keine oder nur eine Thrombose mit Lungenembolie beschrieben, was deutlich weniger ist als bei anderen Methoden. Und das, obwohl bei der Verwendung der Kochsalzlösung zum Unterschied von anderen Methoden nach der Behandlung keine Vorsichtsmaßnahmen wie Stützstrümpfe, Heparin, andere Gerinnungshemmer, entzündungshemmende Mittel oder Salben eingesetzt wurden.

Aber heben wir diese Methode nicht in den Himmel. Grundsätzlich setzt man auch hiermit tatsächlich eine Verletzung in den Körper. Man tut dies natürlich, um Schlimmeres zu verhindern, aber man sollte natürlich trotz allem Obacht geben, wenn man eine Verletzung setzt. Abgesehen davon, dass man nichts von der konzentrierten Kochsalzlösung neben die Krampfader spritzen sollte, kann man nicht hundertprozentig garantieren, dass keine Thrombose daraus entsteht. Wenn auch die Gefahr wesentlich geringer ist als bei anderen Methoden und es aus der Erfahrung heraus heißt, dass man bei dieser Methode – außer einer eventuelle Kühlung - überhaupt keine weiteren Vorsichtsmaßnahmen oder Nachbehandlungen benötigt, bin ich doch etwas vorsichtiger, speziell auch weil man als Arzt, der etwas nicht Übliches tut, immer ein wenig in Gefahr schwebt. Daher verfahre ich so, dass ich die Behandlung nachkontrolliere, und sei es nur durch telefonischen Kontakt. Sollte mehr verödet sein als ich erwartet oder vorausberechnet habe, oder ist der Schmerz stärker als erwartet - mit anderen Worten - sollte nicht alles ganz normal verlaufen, gebe ich zur Vorsicht für ein paar Tage Heparin oder treffe andere, entsprechende Maßnahmen.

Besenreiser

Besenreiser sind winzige unschöne Verzweigungen, die meistens auch von Krampfadern gespeist werden.

Obwohl man sie angeblich auch mit konzentrierter Kochsalz-Lösung behandeln kann, tue ich mir diese anstrengende Kleinarbeit nicht mehr an. Vor allem deswegen, weil hier nach meiner Meinung die Schaumverödung vorzuziehen ist: Wie ich schon erwähnt habe, ist es schmerzhaft, wenn etwas von der konzentrierten Kochsalzlösung ins umgebende Gewebe fließt, was bei diesen winzigen Gefäßen sehr leicht passieren kann; dies wäre schmerzhafter als bei der Schaumverödung. Es wird bei der Schaumverödung der Besenreiser so extrem wenig Gift verwendet, dass es für den Organismus gar nichts ausmacht, weil es fast vollständig in den winzigen Gefäßen verbleibt. Ich behandle grundsätzlich nicht, wenn es eine bessere Therapieform gibt.

Für die Krampfader ist die Kochsalz-Methode die bessere Methode, für die Besenreiser die Schaumverödung.

Da Besenreiser aber meist von einer Krampfader gespeist werden, sollte man die Krampfader zuerst mit Kochsalzlösung weg bekommen, dann die Besenreiser mit winzigen Mengen Schaum veröden; ich verweise in solchen Fällen an eine sehr gute Spezialistin.

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Ich denke, ich habe Ihnen jetzt so viel wie nötig über andere Methoden, über die Anwendung der konzentrierten Kochsalzlösung von anderen Ärzten, sowie über meine Vorgehensweise erzählt, so dass Sie nun orientiert sein sollten und wählen können. Natürlich habe ich am meisten über die Methode mit Kochsalz-Lösung gesprochen, denn diese Broschüre ist nicht nur eine Informations- sondern auch eine Aufklärungsschrift: Ein Patient muss nämlich über alle Vorteile, Nachteile, Gefahren und Alternativen informiert sein, bevor er sich in eine bestimmte Behandlung begibt. – Ich denke, das habe ich hiermit getan.

Es wird diese Broschüre in diesem Sinne auch im Internet veröffentlicht, nämlich als Orientierung für den Patienten, sowie als eingehende Aufklärung über die Methode wie man sie bei mir bekommt.

Dr. Thomas Kroiss, Speisinger Straße 187, 1230 Wien, Tel.: +43-1-9825767

Literatur (für Laien):

„Krampfadern: Schnelle, erfolgreiche und dauerhafte Beseitigung (Aus der Sprechstunde)“
Autor: Dr. M.O. Bruker,

„Krampfadern schonend und natürlich entfernen“
Autor: Dr. Sundaro Köster, Kopp Verlag

„Sanfte Krampfaderentfernung. Natürlich, biologisch und effektiv“
Autor: Dr. Berndt Rieger

Literatur über andere Methoden:

Das Venenbuch: Wirksame Hilfe bei Besenreisern, Krampfadern, Thrombosen und offenem Bein; alle wichtigen Fragen vom Experten beantwortet.
Von Dr. Florian Netzer

Literatur über alle anderen Methoden aus professioneller Sicht:

„Endovenöse Verfahren“
(mehrere Autoren) Verlag Schattauer.